PROJEKT VISIBLE

THE PROJECT'S SIGNIFICANCE LIES IN CREATING THE ACTUAL INTERRELATION  BETWEEN THE HOLOCAUST AS HISTORICAL FACT AND ITS IMPACT ON CONTEMPORARY SOCIAL AND POLITICAL CONDITIONS AND EVERDAY LIFE - BEYOUND REMEMBRANCE. 

From 1998 to 2000, young members of the Lagergemeinschaft Ravensbrück in cooperation with the Institut für Konfliktforschung carried out video interviews with survivors of the concentration camp Ravensbrück. An overall of 200 hours of history were collected and recorded.

The aim of the project VISIBLE was to make these extensive and precious documents accessible to a public within a series of documentaries. Conversations addressing the relationships of mothers/daughters/sons shaped by personal narratives, recollections and factual impacts of the NS-past now complement this already existing material.

The series' approach and the filmic communication with the "Ravensbrückerinnen" is focused on the traumatic experiences of the (grand)mothers and the influences on their own lives as well as on the lives of their children and grandchildren.

VISIBLE attempts to widen the view onto the late consequences of persecution and internment by the National Socialist regime.Thus, the women's daily life, their past and present movements, contexts and surroundings, friendships and relationships are addressed in the films.

Living with this memory is constitutive for the relations with children and grandchildren. By encountering the women's and the second and third generations' experiences with this memory, especially a younger audience will be able to comprehend the connections between the history of National Socialism and its influences on our life today.

PORTRAIT- REIHE  VISIBLE  

CEIJA STOJKA, DAGMAR OSTERMANN, ANNA KUPPER, JOSEFINE OSWALD, KATHARINA THALLER.

Regie: Marika Schmiedt ©2009

Ceija Stojka - LUNGO DROM / A LONG WAY

She survived as one of the few the mass murder of Roma and Sinti in  the concentration camps: artist Ceija Stojka. Her fear, kept alive by the memories of her horrible childhood in the death camp as well as by  the increasing persecutions of Roma in Europe today passed on to her children and grandchildren - but also her ungovernable love of life.

PROJECT IN PROCESS

I KARNALI SIRMA NASCHTIK CHAL O MANUSCH

DEN STACHELDRAHT KANN DER MENSCH NICHT ESSEN

Film und Buch: eine Geschichte/n-Rezepturen-Sammlung.

Das Projekt plant eine Recherche und Dokumentation zur Geschichte der österreichischen Roma und Sinti, re-präsentiert in individuellen Biographien von noch lebenden Romna, die in der Zeit vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten geboren und als Kinder mit ihren Familien in die Konzentrationslager deportiert wurden.

Als Dreh-Ort gewählt werden deren Küchen: inmitten der Arbeit stellen jene Romna, die die Konzentrationslager überlebt haben, die dialektische Beziehung zwischen ihrer eingeschriebenen, erinnerten Geschichte und ihrem heutigen Leben sowie dem der Töchter her.

Das Wichtigste bei den häufigen Familienzusammenkünften ist nach wie vor die traditionelle Essenszubereitung. Das Wissen um diese speziellen Gerichte wird von den alten Romna an die Kinder weitergegeben, eingewoben in die Geschichte/n ihrer  Kindheit. In die Erzählungen an das Zuschauen und Helfen beim Kochen auf dem Rastplatz aus der Zeit als fahrende Großfamilie bricht die Erinnerung an den Verlust dieses Lebens. Nahrungsmittel werden zu Symbolen im Prozess der Erinnerung und Erhaltung des Wissens an die Geschichte des Grauens und des Leids im Nationalsozialismus: zu den Schalen einer Kartoffel gibt es die Geschichte vom Hunger im Konzentrationslager, wo eine einzelne Kartoffelschale zu ergattern schon so viel wert war, und die Erinnerung an den kleinen Bruder, der immer schwächer wurde durch den Mangel an Essen und schließlich im KZ gestorben ist, noch keine 7 Jahre alt. Das Teilen dieser Erinnerungen beim gemeinsamen Kochen stiftet eine  kollektive Identität unter den Beteiligten – den Töchtern, Schwiegertöchtern und Enkeltöchtern. Erschließen soll sich im Projekt über Rezeptesammlung und Zubereitungspräsentationen von traditionellen Gerichten aus der Romani-Küche  die untrennbare Verknüpfung der Historie, den Verfolgungen von Roma und Sinti im Dritten Reich, mit der Alltagskultur, dem Essen.

Entstehen soll ein Dokumentarfilm: die Begleitung der Protagonistinnen in ihrem Tun entlang von ‚Moment–Aufnahmen’, in denen abstrakte Fakten einer Geschichte der Zerstörung zu einer lebendigen Verbindung werden - zwischen damals und heute.

Ein Buch soll die Film-Dokumentation ergänzen, in dem die Gespräche im Film verschriftlicht werden als lebendige ‚Geschichts-Schreibung’, gegebenenfalls erweitert mit Texten aus älteren Interviewaufzeichnungen der Protagonistinnen. Ein anderer Text-Teil schließlich versammelt traditionelle Rezepturen der Romani-Küche, die so, erstmals aufgeschrieben, als Wissensbewahrung den nächsten Generationen der Romna zur Verfügung stehen und anderen, am Kochen Interessierten, auf diese Weise mehr über die Kultur der Roma und Sinti zugänglich gemacht wird. Wir wählen zwei verschiedene Repräsentationsformen, um die Geschichte/n nachzuzeichnen. Manches kann mit Hilfe von bewegten Bildern ‚anschaulicher’ gemacht, im Buch aber ausführlicher vertieft werden. Vor allem aber sollen Film und Buch korrespondieren, den generationenübergreifenden Diskurs verdichten zwischen den – inzwischen sehr alten – Zeitzeuginnen und jenen Romna, in deren Existenz das erlittene Schicksal der Mütter (und Großmütter) weiterlebt.

Ziel dieses Projekts:

- ein zeitgemäßes Gedenken der NS-Vergangenheit

- Bewahrung der Erinnerung an die fatalen Wirkungen totalitärer Systeme

- Förderung des alltäglichen interkulturellen Dialogs

- Verwendung als zeitgemäßes Geschichts-Lernmaterial zum Schicksal der Roma und Sinti in Schulen

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