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Wir Menschen der industrialisierten Welt sind allesamt sozialisiert in einer unvorstellbaren Idealisierung von Arbeit. Unsere durch Lohnarbeit artikulierte TĂĽchtigkeit (sowie die der
Generation vor uns) erscheint uns gemeinhin als Basis des gesellschaftlichen Wohlstands und dient uns zugleich als Abgrenzung gegenĂĽber Kulturen, in denen Arbeit (noch) nicht jenen herausragenden Stellenwert
genießt. Unsere Gesellschaft, die ja auch nicht zufällig häufig als „Arbeitsgesellschaft“ bezeichnet wird, ist zutiefst von Arbeit geprägt, Tatsächlich bestimmt die Arbeit nicht nur Einkommen und
Lebensstandard, sondern auch Selbstwertgefühl und gesellschaftliche Stellung. Wir arbeiten keineswegs nur, um ökonomisch zu überleben, wir definieren uns über Arbeit; sie ist das strukturierende Merkmal unserer
Existenz und vermittelt uns unser Selbstverständnis als Mensch. Arbeit scheint das einzig sinnstiftende Element in unserer Gesellschaft zu sein. Begriffe wie „Muße“ oder „Müßiggang“ sind weitgehend
unbekannt oder negativ besetzt. Die Bereitschaft zur Selbst/Ausbeutung gilt als ein wesentliches Kennzeichen eines „achtenswerten“ Menschen (und für die meisten ist Arbeit auch jenes selbstverständliche
„Geländer“, an dem entlang ihr Leben organisiert ist).
Trotz vieler Differenzen stellt man sich in der Realpolitik von rechts bis links gegenwärtig eine gemeinsame Frage: Wie Arbeitplätze schaffen? – Dass diese geschaffen werden müssen, dass
sie Voraussetzung und Bedingung des Lebens zu sein haben, ist unhinterfragter Konsens.
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VIRULENZ ARBEIT führt in Ausschnitten – Assoziationen zum Begriff Arbeit, die Situation der Frau im Zusammenhang mit Arbeit,
Einfluss von Arbeit auf die Gesellschaft, Sinn von Arbeit und Müßiggang - durch die arbeitsorientierte Gedankenwelt von Frauen. Gesellschaftsstrukturen und das vorherrschende Selbstverständnis von Arbeit spiegeln
sich in einem Streifzug wieder.Virulenz Arbeit soll zum Nachdenken anregen, Diskussionsgrundlage sein und einen Beitrag leisten, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen. (19 min)
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