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Meine Großmutter Amalia Horvath, 1909 in Korneuburg als Kind einer österreichischen Lovara Familie geboren, wurde 1939 in Graz verhaftet und Anfang 1940 in das Frauenkonzentrationslager
Ravensbrück deportiert. Auf Grund fragmentarisch erhaltener Aufzeichnungen wird angenommen, dass sie 1942 in Bernburg an der Saale ermordet wurde. Die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Bernburg wurde nach dem August 1941 einer der Standorte
für die „Sonderbehandlung 14f13“. Die Bezeichnung 14f13 war ein internes Aktenzeichen: 14f stand für den Tod im Konzentrationslager und 13 für den Transport in eine Euthanasie - Anstalt. Die so genannte Sonderbehandlung 14f13
gehörte zu den bestgehüteten Geheimnissen der Nationalsozialisten. Diese Verbrechen sind bis heute weitgehend unbekannt, sie wurden nie wirklich enthüllt, nur in einigen wissenschaftlichen Arbeiten werden sie erwähnt. Die Folgen der
nationalsozialistischen Rassenpolitik bekamen auch die Kinder meiner Großmutter zu spüren. Sofie, die Erstgeborene, wurde in die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück deportiert. Sie starb 1953 29-jährig an den
Spätfolgen der Lagerhaft. Die Töchter Aloisia und Inge konnten mit Hilfe von Gadjes (Nichtzigeuner), die sie aufnahmen, der Verfolgung entkommen. Auch die damals einjährige Tochter Margit, meine Mutter, überlebte den Holocaust. Unser
Leben ist durch die Ermordung unserer Angehörigen in der NS - Zeit geprägt.
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